25 Nov 2015

Testberichte – Surface Pro 4

Das neue Surface Pro 4 ist mittlerweile seit dem 12. November auch in Deutschland verfügbar. Und ihr habt euch bestimmt gefragt, warum auf surfaceinside.de noch kein Testbericht veröffentlicht wurde. Dann schaut mal hier rein…

Leider ist es nämlich so, dass weder Ralf noch ich ein Testgerät erhalten haben. Und da auch unser Budget so seine Grenzen hat – ganz geschweige denn der langwierigen und problematischen Genehmigungsprozeduren in unseren Finanzministerien – haben wir uns auch kein Modell aus der neuen Serie gekauft.

Dafür gibt es auch einen ganz einfachen Grund: die Unterschiede rechtfertigen nicht ein erst gut ein Jahr altes Gerät wie das Surface Pro 3 zu ersetzen. Das ist wirtschaftlich einfach nicht sinnvoll.

SurfacePro4-03

Aber was wären denn die Hauptunterschiede?

  1. Da wäre zunächst mal die neue CPU aus der Skylake Serie. Diese verspricht mehr Leistung bei geringerem Energiebedarf. Während der erste Punkt zutrifft scheint der zweite zumindest nicht erkennbar zu sein. Denn was ich bisher so lesen konnte sind die neuen Modelle laufzeittechnisch – wenn überhaupt – auf der Höhe des Vorgängermodells.
  2. Das Display ist größer, löst höher auf und ist einfach besser. Aus meinen Erfahrungen von der Präsentation sowie den Hands-on auf dem Dr. Windows Community Treffen in Köln kann ich das einfach nur bestätigen. Das Display ist dem des Vorgängers klar überlegen. Und es unterstützt auch noch mehr Druckstufen für den Stift – wenn man sowas braucht.
  3. Unterstützung von Windows „Hello“. Ja, das wäre so ein Grund, der einen technikaffinen Menschen, wie ich es bin, schwach werden lassen könnte. Es ist einfach sexy vor sein Tablet zu treten und dieses entsperrt einfach, wenn es einen erkennt.
  4. Die Lautsprecher sind deutlich besser geworden und es bedarf keiner Tricks mehr wie das Aufstecken von Ohren wie bei den ersten Surface Modellen. Basswunder darf man nicht erwarten, aber für den Normalkonsum sind die Lautsprecher absolut ausreichend.
  5. Die Lüftung hat sich ebenfalls gebessert, was sich laut diversen Berichten vor allem bei der Häufigkeit des Einsatzes des Lüfters bemerkbar machen soll. Leiser ist dieser jedoch wohl nicht geworden, er setzt nur deutlich später ein.
  6. Die Kamera hat neben ein paar Megapixel mehr einen Autofocus erhalten und braucht daher keine Brille mehr. Für mich kein Grund, ich mach auch mit dem Smartphone keine nachhaltigen Bilder. Dafür hab ich eine ordentliche Kamera.

Das war’s dann mehr oder minder auch schon, von so Kleinigkeiten wie verbauten Magneten für den Stift, dem Wegfall des Windows-Buttons und dem minimal dünneren Gehäuse und ein paar Gramm weniger Gewicht abgesehen.

Ja, eine Evolution hat eindeutig stattgefunden, aber es ist eben keine Revolution wie beim Wechsel vom Surface Pro 2 auf das Surface  Pro 3. Hier fiel mir die Neuanschaffung nach nur vier Monaten doch um einiges leichter. Auch wenn mich das eine oder andere Feature reizen würde, ein „must-have“ ist für mich nicht dabei.

Was ist gleich geblieben

SurfacePro4-04

Alles was auch bereits am Vorgängermodell für Freude sorgte wurde beibehalten. Die Verarbeitungsqualität ist über jeden Zweifel erhaben, das für Größe und Leistungsfähigkeit geringe Gewicht wurde gehalten, sogar leicht reduziert. Auch der stufenlose Kick-Stand wurde ebenso beibehalten wie der USB-Anschluss im Typ-A Format, der Surface-Port und die anderen Anschlüsse.

Ich hätte mir zwar noch einen zweiten USB-Port gewünscht (Type-A oder C), aber das wäre jammern auf extrem hohem Niveau.

Die Problemfälle

Wer in diversen Foren liest und Testberichte verfolgt wird in einem gewissen Grad doch ernüchtert feststellen müssen, dass das Surface Pro 4 noch so manches Problem mit sich bringt:

  1. Da wäre zunächst mal die Treiber-Thematik. Da ist von ständig abstürzenden Grafiktreibern, Problemen beim Reconnect ins WLAN sowie Touch-Covern, die nicht mehr erkannt werden, die Rede. Ferner muss man noch lesen, dass Microsoft dermaßen schlechte Treiber für die Samsung-SSD ausliefert, dass diese weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt, insbesondere bei der Schreibperformance. Letztere lässt sich durch die Installation eines Treibers von Samsung zwar beheben, aber warum sowas der Kunde selbst machen muss entzieht sich meinem Verständnis.
  2. Auch berichten viele Käufer von fiependen Geräuschen.  Diese treten unabhängig von CPU und Ausstattung auf. Nicht alle User haben dieses Problem oder sie nehmen die Geräusche einfach nicht wahr.
  3. Auch in Sachen Akku-Laufzeit scheint das Surface Pro 4 seinem Vorgänger nicht voraus zu sein. Wie einige Tester und Kunden berichten scheint sogar das Gegenteil der Fall zu sein. Insbesondere im Connected-Standby (der heißt mittlerweile übrigens Modern-Standby) scheint ein „Battery drain“ aufzutreten, der den Akku sehr stark entlädt.

Ich denke, die meisten hier aufgeführten Problemfälle dürften mit den nächsten Firmware- und Treiberupdates der Vergangenheit angehören, aber es spricht doch einiges dafür, dass ein nicht ganz fertiggestelltes Produktpaket auf den Markt gebracht wurde.

Interessante Testberichte

Es sind bereits einige sehr interessante Testberichte veröffentlicht, auf die ich euch nun einfach mal verweisen werde:

und viele mehr. Einfach mal „Surface Pro 4 Test“ oder „Surface Pro 4 Review“ in eurer Lieblingssuchmaschine eingeben, dann gibt es genug zu lesen.

Ich hoffe noch darauf, dass sich Ralf oder ich auch bald mal selbst ein ausführliches Bild vom Pro 4 machen können und einige Tage damit arbeiten dürfen. Dann werden wir euch natürlich von unseren Erfahrungen berichten.

Über den Autor: Thomas Paatsch

Thomas Paatsch
Wie auch Ralf bin ich ein Fan der Surface Produktfamilie und bin neben ihm hier einer der Hauptverfasser von Artikeln zu diesem Themengebiet. Nach einem Ausflug zur Konkurrenz (Toshiba Portégé) bin ich mittlerweile ins Surface Lager zurückgekehrt und heiße ein Surface Pro 6 mein Eigen. In meinem Haushalt gibt es aber auch noch einen Surface Laptop 1.