10 Dez 2019

Test des Surface Pro 7 i3

Nachdem ich bereits die i7-Variante des neuen Surface Pro 7 auf Herz und Nieren geprüft habe erfolgt nun nach ein Update für Sparfüchste – die kleinste Variante mit i3 CPU!

Natürlich gelten sehr die meisten Punkte meines Artikels Test des Surface Pro 7 – Zahlen, Daten, Fakten auch für die i3-Variante. Aus diesem Grund gehe ich hier jetzt nur noch auf die Punkte ein, welche sich vom ersten Testgerät unterscheiden!

Die wichtigsten Daten meines Testgeräts:

  • Intel Dual-Core 10. Gen Intel® Core™ i3-1005G1 Prozessor
  • 4 GByte RAM DDR-4
  • 128 GB SSD (Hersteller unbekannt)

Akku-Laufzeit

In in dieser Variante ist ein Akku von SMP mit einer Design-Kapazität von 43.200 mWh verbaut, gemeldet wird eine Kapazität von 46.620 mWh bei Vollladung. Das kann man übrigens mittelts “powercfg -batteryreport -output “%temp%\battery.html” und der anschließenden Betrachtung des HTML-Ergebnisses herausfinden!

Die Akkulaufzeit des Surface Pro 7 (mit i7 CPU) war zwar in Ordnung, ich hatte da aber etwas mehr erwartet, die Vorgängerversion hatte da länger durch gehalten. Um so neugieriger war ich, wie sich hier die kleinste CPU aus der aktuellen Serie schlagen wird. Ich habe das Gerät wie immer meinem Standard-Test unterzogen, der zugegebenermaßen keine Aussage über den Alltagsbetrieb liefert, aber doch zum Vergleich mit anderen Geräten tauglich ist. Hierzu habe ich das Devices mit dem WLAN verbunden, die Display-Helligkeit auf 50% gestellt und verhindert, dass das Gerät in irgendeinen Sparmodus fällt. Dann habe ich über die App “Filme & TV” einen Full-HD Film im MKV-Format im Endlosbetrieb abgespielt und die Zeiten gemessen, bis das Gerät aufgrund des geringen Akkustands in den Ruhezustand wechselte, das ist bei 3% (Default-Einstellung) der Fall.

Hier sind die Laufzeiten aller bisher getesteten Modelle des Surface Pro im Vergleich zum Surface Pro 7 mit i3-CPU:

 Modell Laufzeit
 Surface Pro 3 (i5) 5,5 h
 Surface Pro 5 (i5) 11 h
 Surface Pro 6 (i5) 12 h
 Surface Pro 7 (i7) 9,25 h
Surface Pro 7 (i3) 9,5 h

Somit bietet die schwächere Variante keine nennenswerte Steigerung bei der Laufzeit. Hieran kann man erkennen, dass für solche Test wie eine Video-Schleife die CPU einfach auch nicht wirklich gestresst wird, im Realbetrieb könnte das wieder ganz anders aussehen.

Mit “powercfg /batteryreport” habe ich mir auch mal die reale Laufzeit angesehen. Der Report zeigt eine durchschnittliche Laufzeit von 10 Stunden. Dieses Ergebnis ist aber mit Vorsicht zu genießen, für eine verlässliche Aussage war das Device nicht lange genug in Benutzung!

Schlecht ist die Laufzeit nicht, meine Erwartung war aber hier doch etwas höher. Vielleicht kann sich hier durch Firmware-Optimierungen des Akku-Managements noch etwas bessern. Und da bin ich auf die Ergebnisse nach dem letzten Firmware-Update gespannt, welches ja die Akku-Laufzeit optimieren soll. Da ich die i3-Variante aber nicht mehr habe, werde ich dies nur für die i7-Version testen können!

CPU-Performance

Als nächstes habe ich mal einen intensiveren Blick auf die Performance der CPU geworfen. Als Tools kam dabei Cinebench R15 zum Einsatz.

Das Surface Pro 7 mit i3 CPU verfügt wie bereits erwähnt über eine passive Kühlung. Wird das Gerät daher ein Thermal Throttling zeigen?

Das Leistungsniveau der aktuellen i3 CPU der 10. Generation ist sehr hoch, ich erreichte im Multi-Core-Test einen Index von bis zu 408 Punkten, im Single-Core-Test liegt dieser bei 129 Punkten (Multi-Core-Faktor ca. 3,1).

Nun gilt es zu prüfen, ob diese gute Leistung auch einigermaßen konstant gehalten wird. Hierfür habe ich den Cinebench-CPU-Test 11 mal direkt nacheinander wiederholt, ohne dem Gerät eine Verschnaufpause und damit eine Abkühlung zu gönnen.  Die Temperatur der CPU ging dabei auf bis zu 89°C nach oben!

Hier das Ergebnis im Vergleich mit den anderen Geräten:

Device (CPU Typ)  Startindex  Minimalindex  Endindex max. Throttling  End Throttling
 Surface Pro 3 (i5)  226 165 165 27% 27%
 Surface Pro (i5)  346 203 230 42% 34%
 Surface Pro 6 (i5) 619 458 521 27% 16 %
 Surface Pro 7 (i7) 756 585 623 23% 18%
 Surface Pro 7 (i3) 408  323  323   21 % 21 % 

Das Throttling fällt somit deutlich geringer aus wie beim Surface Pro (2017) und auch geringer als beim aktiv gekühlten i7-Modell – für mich eine Überraschung!

Interessant ist aber auch der Verlauf des Leistungsindex, denn es braucht einige Durchläufe, bis sich das Throttling merklich auswirkt:

Durchlauf 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Leistungsindex 408 406 407 355 369 341 339 341 339 334 323

Wie man sieht ist ab dem 4. Durchlauf ein deutlicher Leistungsrückgang zu beobachten, ab dem 6. Durchlauf bleibt die Leistung etwa konstant. Erst mit dem 11. Durchlauf ging es dann nochmal runter. Nach einer Minute Ruhepause erreichte das Gerät mit 394 Punkten schon fast wieder die Maximalleistung.

Man merkt bei diesem Test auch eine deutliche Temperaturzunahme des Gehäuses, dieses wird auf seiner Rückseite ordentlich warm, kann aber noch immer problemlos angefasst werden. Dauerhaft in der Hand halten will man es aber definitiv so nicht.

Hier gilt es zu berücksichtigen, dass eine solch hohe Last für ein Device wie das Surface Pro 7 kein alltägliches Szenario sein dürfte, erst recht nicht im portablen Betrieb in der Hand. Die Reserven reichen aber auch gut aus, um das Gerät als Desktopersatz einzusetzen. Insgesamt bin ich von der Leitungsfähigkeit der aktuellen i3-CPU sehr positiv überrascht, v.a. im Multicore-Betrieb. Während meiner Tests hatte ich nie das Gefühl, dass es dem Gerät irgendwo an Leistung fehlt.

GPU Performance

Im Vergleich zur größeren Variante mit Intel Iris Plus Grafik merkt man dem kleinsten Modell doch wieder an, dass der Grafikadapter keine Rakete ist.  Die OpenGL Messung (Cinema 4D Benchmark) erreichte gerade mal 32,74 fps, mein Surface Pro 6 mit i5 CPU und Intel UHD 620 Grafik schafft 48,29 fps, die aktuelle i7-Variante sogar  65,42 fps. Als Spielemaschine kann das kleinste Modell somit kaum dienen, Spieler dürften aber auch kaum die Zielgruppe für dieses Modell sein!

 

SSD/NVMe Performance

Ich habe bei meinen Tests diverser Surface Geräte schon so manche SSD/NVMe vorgefunden. Diesmal gibt es aber eine Überraschung denn es ist mir nicht gelungen den Hersteller der verbauten Speichereinheit mit 128 GB Kapazität zu ermitteln.

Sowohl der Gerätemanager als auch AS SSD Benchmark zeigten mir lediglich „HFB1M8MQ331C0MR“ als Gerätestring an. Ich konnte nicht ermitteln, um was für ein Device es sich dabei handelt, auch wenn ich Hitachi als Hersteller vermute.

Nachfolgend nun das Messergebnis mit AS SSD Benchmark:

Die verbaute NVMe zeigt im Vergleich zum 256 GB Modell aus dem i7 doch deutlich schlechtere Werte, ein Überflieger ist sie somit auf keinen Fall!

Im Alltagsbetrieb schlägt sich die Disk aber sehr ordentlich, jedenfalls hatte ich nicht das Gefühl hier irgendwann in der Arbeit ausgebremst zu werden. Das Gerät bootet sehr schnell, Anwendungen sind schnell gestartet und auch beim Speichern von Daten ergeben sich keine Überraschungen.

Resumé

Das neue Surface Pro 7 mit i3-CPU hat mich in Summe überrascht. Auch wenn es nicht an die Leistung der größeren CPUs heranreicht, so ist es auf jeden Fall alltagstauglich. Für Nutzer, welche das Gerät überwiegend für Office-Tätigkeiten, Surfen und Medienkonsum nutzen, ist die Ausstattung und die Leistung absolut ausreichend. Der einzige Punkt der mich davon abgehalten hat das Gerät zu behalten war dann doch der auf 4 GB limitierte Arbeitsspeicher – eine höhere Ausstattung wird für das i3-Modell leider nicht angeboten!

Wenn man dann noch ein gutes Angebot erwischt, dann ist dieses Modell auf jeden Fall ein tolles Alltagsgerät, dass vermutlich für die Mehrzahl von Kunden ausreichend sein dürfte. Im Weihnachtsgeschäft gab es schon ein paar echt tolle Angebote, vielleicht kommt da nochmal was kurz vor den Feiertagen!

Und jetzt bin ich auf eure Reaktionen gespannt! Was meint ihr hierzu? Habt ihr vielleicht auch Erfahrungen gemacht, die ihr mit uns teilen wollt?

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Über den Autor: Thomas Paatsch

Thomas Paatsch
Wie auch Ralf bin ich ein Fan der Surface Produktfamilie und bin neben ihm hier einer der Hauptverfasser von Artikeln zu diesem Themengebiet. Nach einem Ausflug zur Konkurrenz (Toshiba Portégé) bin ich mittlerweile ins Surface Lager zurückgekehrt und heiße ein Surface Pro 6 mein Eigen. In meinem Haushalt gibt es aber auch noch einen Surface Laptop 1.