28 Aug 2015

Windows 10 – Updates für andere bereitstellen ?

Windows 10 ist seit einigen Wochen verfügbar. Stück für Stück werden Surfaces mit dem neuen Betriebssystem installiert und Stück für Stück wollen wir euch auch mit Informationen versorgen. Heute geht’s mal um das allseits beliebte Thema “Windows Updates”. Im speziellen um die Funktion, Windows Updates mit seinem Surface für andere Geräte zugänglich zu machen.

In den ersten Tagen nach dem erscheinen von Windows 10 fiel auch mir eine neue Funktion auf.  “Übermittlung von Updates” und dort die Einstellung “Updates von mehr als einem Ort” haben mich neugierig gemacht. Aus diversen Feature-Listen und Workshops hatte ich bereits von “Windows Update for Business” gehört und auch grundsätzlich verstanden, welches Problematik Microsoft damit in Firmenumgebungen, also dem Business, lösen will. Dünne Bandbreiten und immer größer werdende Sicherheitsupdates, Featureupdates, Fixes sind ein zunehmendes Problem. Schaut euch mal die Größe der letzten Patchdays an. Mit Office gemeinsam war da immer schnell ein Gigabyte zusammengekommen. Da hat man noch kein Update für Adobe-Anwendungen, Java, Antivirus, Middleware oder sonstige branchenspezifische Software.

Hat man nun Standorte, die mit einer dünnen 1 MBit-Leitung angeschlossen sind und dort auch mehrere PCs oder Rechner sind, kommt man schnell zu dem Schluss, dass außer Programm und Systemupdates nicht viel mehr über die Leitung geht, weil jeder Rechner über diese dünne Leitung alles aus dem Internet zieht. In diesem Szenario macht es also absolut Sinn, die Daten nur einmal über die Leitung aus dem Internet zu holen und dann vom ersten Rechner weitere Rechner zu versorgen.

Nun gibt’s ja auch bei dicker Leitung nicht unbedingt die Notwendigkeit dass sich jeder Rechner zuhause sämtliche Sicherheitsupdates aus dem Internet lädt, wenn ein anderer Rechner im Haus diese schon geladen hat. In dem Fall macht es doch Sinn, dass sich Rechner Nr.2 bei Rechner Nr.1 bedient. Microsoft geht nun noch einen Schritt weiter. Die gigantischen Leitungskapazitäten für Updates (inkl. dem Windows 10 Update) muss Microsoft schließlich auch bezahlen. Oder anders gesagt: Jedes Byte, was nicht von Microsoft zum Endgerät geschickt werden muss sondern von einem Endgerät zum anderen, spart an der Stelle Kapazität und somit Geld. In meinem Beispiel holt sich also mein Nachbar nicht mehr 1 Gigabyte von Microsoft, sondern z.B. nur noch 900 MB. Die anderen 100MB holt er sich von Rechner Nr.1 und Rechner Nr. 2 bei mir. Ersparnis für Microsoft 10%. Durchaus so schon die ersten Millionen weltweit gespart. Nimmt man nun  gar 20 oder 30 % “von Nachbar’s PC” anstatt von Microsoft-Servern, lohnt sich das noch mehr…

Typische Filesharing Dienste, legale und illegale, praktizieren das schon seit Anbeginn des EDV-Zeitalters so. Lädst Du etwas runter, musst Du auch etwas davon anderen zur Verfügung stellen.

Man muss sich also überlegen, wie man sein Windows 10 auf dem Surface im Bezug auf die Updates einstellt. Wo macht man das. Ganz einfach:

  • Nutze die Windows Suche, suche und starte “Windows Update-Einstellungen”
  • Touch auf “Erweiterte Optionen”
  • Touch auf “Übermittlung von Updates auswählen”
  • Und wer den Blog-Eintrag gelesen und verstanden hat, kann nun die Einstellungen für sich vornehmen

update-ort

 

Hier wird nun eingestellt, ob Dein Surface grundsätzlich auch Updates für andere Rechner bereitstellen oder von anderen Rechnern (außer Microsoft-Servern) laden soll bzw. darf.

  • Aus
Das Surface nutzt nur Microsoft Server zum Download und bietet anderen Rechner keine
Teile von Sicherheitsupdates oder Apps an.
  • Ein
 Das Surface nutzt auch andere Rechner zum Download und zur Bereitstellung von Updates

Bei der Einstellung “Ein” kann noch bestimmt werden, welche Rechner für Download und Bereitstellung genutzt werden können. Ich habe da die Einstellung PCs in meinem lokalen Netz aktiviert gelassen um meine Internet-Bandbreite zu schonen. Anderen in der Welt möchte ich keine Daten bereitstellen, da dies meine Leitung ins Internet belastet, die leider auch nicht so dick ist.

Die Standardeinstellung
nach dem Update auf Windows 10 ist
Meine Einstellung auf dem Surface ist
  • Ein
  • PCs in meinem lokalen Netzwerk und PCs im Internet
  • Ein
  • PCs in meinem lokalen Netzwerk

Klar, damit sind erst mal Millionen von Rechner so eingestellt, dass diese Microsoft die notwendige Bandbreite reduzieren und damit Kosten senken. Normaluser werden an der Einstellung nie etwas ändern, da sie nicht danach suchen oder ggf. einfach nicht wissen, was die Einstellung bedeutet. Das führte natürlich gleich wieder zu einer Kritikwelle, dass Microsoft den unbescholtenen Windows-Nutzer abzockt, ausnützt usw. Meiner Meinung nach ist dieses neue Feature aber eine coole Sache. Alleine bei mir zuhause reduziere ich die Anzahl der Gigabytes für den Download erheblich. Meine non-Windows-Telefone können das leider nicht und sorgen mit ihren Updates auch weiterhin für x-fach Download der gleichen Bits und Bytes. Und wenn die non-Windows Geräte das alles ebenfalls könnten, würde es dann eine Kritikwelle geben ?

Über den Autor: Ralf Eiberger

Ralf Eiberger
Schon 2012 als das erste Surface noch nicht angekündigt war und man spekulierte, dass Microsoft ein Tablet bauen würde, hatte ich es bereits in der Hand. Seither lässt mich das Thema Surface nicht mehr los. Seit 2013 bin ich MVP für Surface, inzwischen in der Kategorie Windows and Devices.