16 Nov 2016

Surface Studio – im ersten Kurztest

Das vor gut 3 Wochen vorgestellte, neue Flaggschiff aus der „Microsoft Surface Schmiede“ in Redmond ist das Surface Studio. Wie Microsoft bei der Vorstellung angekündigt hat, wird es kurzfristig in den Microsoft Stores verfügbar sein. Dort habe ich mir einige Minuten Zeit genommen und konnte schon mal einen ersten Eindruck gewinnen.

Da ich in der vergangen Woche in USA war konnte ich beim nächsten Microsoft Store vorbeischauen. Leider gibt es ja in Deutschland keinen physikalische Store (ein kleiner Seitenhieb an die Planung der neuen Microsoft Deutschlandzentrale in Schwabing sei mir an der Stelle erlaubt). Also setzte ich mich in Bellevue in den Store und verschaffte mir einen ersten Eindruck vom Surface Studio.

Ich komme näher

Zuerst trieb es mir unwillkürlich ein Grinsen ins Gesicht, als ich aus ein paar Meter Entfernung das Gerät sah. Die Größe ist erstmal fantastisch. Von Design her würde ich das Gerät als elegant bezeichnen. Superflach mit silbernem Standfuß und dazu das neue Surface Keyboard mit der Maus und direkt dabei der Surface Dial. Alles im üblich Surface-Silber gehalten, macht das schon was her auf dem Schreibtisch.

Ein Windows bitte

Also hinsetzen und erstmal die Tastatur ausprobieren. Windows-Taste drücken und das erste mal staunen. Das alphabetisch sortierte Startmenü geht mal einfach bis „K“ ohne zu blättern. Das liegt aber nicht an den wenig installierten Programmen sondern an der hohen Auflösung und Dank der riesigen 28 Zoll kann man das alles auch noch gut lesen. Programme suchen, starten und wieder schließen geht flüssig. Ein paar Einstellungen öffnen, nach dem WLAN schauen und ganz schnell führt ich mich zu dem Satz „Just an other f***ing Windows Device“ verführt. Aber nicht doch….

surfacestudiohandson

Touch

Wenn das nicht die Eigenheit wäre, die ich von bisherigen Bildschirmen in der Größe nicht kenne: Das Touch Display was präzise auf mein getippsel reagierte. Einen wirklichen Unterschied zu den kleinen Surface konnte ich im ersten Moment nicht feststellen. Vielleicht liegt der Teufel da aber im Detail, was ich nicht bemerkt habe.

Jetzt aber mal runter

Zeit, den riesigen Bildschirm mal etwas flacher zu legen. „Zero Gravity“ nennt der US-Bürger das Feature, was dafür sorgt, dass man den Bildschirm mal eben mit 2 Fingern und praktisch ohne Kraftaufwand herunterlegen oder aufstellen kann. Hoch, runter und nochmal, nochmal, ein unglaubliches Gefühl, diesen dünnen Bildschirm anzufassen und so leicht bewegen zu können, erwartet man doch an der Stelle Gewicht zu bewegen. Das erste was mir da in den Sinn kam war die Leistung der Ingenieure das so hinzubekommen. Wieder eine Meisterleistung nach den stufenlosen Kickstand-Scharnieren beim Surface Pro und dem Fulcum-Hinge beim Surface Book.

Stift

Dem Surface Studio liegt auch der Surface Pen der zweiten Generation (eine Taste) bei. Er kann magnetisch links oder rechts am Surface Studio angehängt werden und steht so gut sichtbar jederzeit zur Verfügung. Er reagiert ebenfalls präzise und mit sehr geringer Parallaxe. Ich konnte auf Anhieb keine Abweichungen zwischen dem Aufsetzpunkt und dem Bereich bei dem dann die Zeichnung dargestellt wird feststellen.

Dial

Das neue Surface Dial gehört ebenfalls zur Ausstattung des Surface Studio. Mit dem Surface Dial können je nach Anwendung unterschiedliche Funktionen ausgeführt werden. Kompatibel ist es aber nicht nur mit dem Studio sondern auch den anderen Surface, für die aber zuerst noch ein Firmware Update bereitgestellt werden wird um die unterschiedlichen Funktionen freizuschalten. Ein Basis-Set an Befehlen kann das Dial aber mit jedem Gerät ausführen, da es ein fast normales Bluetooth HID ist, was seit dem Anniversary Update auch in den Windows Einstellungen als „Rad“ zu finden ist. Das natürlich nur, wenn es auch verbunden ist. Was das Dial alles kann hängt also hauptsächlich von der Anwendung ab. In Photoshop z.B. gibt es unendliche viele Möglichkeiten die Werkzeuge zu steuern, bei der Karten-App funktioniert das Dial als Zoom, in den Office-Produkten kann man den Dial mit der Funktion „Rückgängig“ einsetzen und im Browser zum Scrollen nutzen. Welche Anwendungen noch Sonderfunktionen bieten, kann auf der Microsoft-Seite nachgelesen werden.

Das Dial rutscht nicht gleich vom Bildschirm, wenn dieser in einer waagrechten Position ist. Er ist nicht magnetisch und fängt daher erst ab einem bestimmten Winkel an zu rutschen. Er liegt ganz gut in der Hand. Was allerdings für mich ungewohnt ist: Mit Stift und Dial auf dem Bildschirm direkt zu arbeiten. In den wenigen Minuten des Hands On konnte ich mich nicht daran gewöhnen. Ich bin mir aber sicher, dass man sich damit schnell zurecht findet, wenn man auch die entsprechenden Anwendungen zu bedienen hat.

Ich glaube jedoch, dass das Dial auf den Surface Tablets oder dem Surface Book nicht oft auf dem Bildschirm zum Einsatz kommen wird. Ich denke es nimmt zu viel sichtbare Fläche auf den kleinen Bildschirmen weg. Hier wird es wohl eher auf dem Tisch liegen und kann dann für Grundfunktionen benutzt werden.

Fazit

Wow, was ein Gerät, das Surface Studio. Den Weg in die privaten Wohnzimmer wird es wohl nur ganz selten schaffen. Bleibt zu hoffen, dass viele Kreativunternehmen oder -abteilungen den Vorteil eines Windows basierten Geräts kennen lernen und die Vorteile des All-In-One dann auch nutzen. Für mich stellt sich abschließend noch die Frage wie der bekannte Slogan der Tablets „The Tablet than can replace your Laptop / Das Tablet dass ein Laptop ersetzen kann“ für das Surface Studio geschrieben wird. Hat jemand Vorschläge: dann bitte einfach in den Kommentar schreiben.

 

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Über den Autor: Ralf Eiberger

Ralf Eiberger
Schon 2012 als das erste Surface noch nicht angekündigt war und man spekulierte, dass Microsoft ein Tablet bauen würde, hatte ich es bereits in der Hand. Seither lässt mich das Thema Surface nicht mehr los. Seit 2013 bin ich MVP für Surface, inzwischen in der Kategorie Windows and Devices.