7 Mai 2018

Getestet: Adonit Ink

Vor Ostern wurden mir von Ralf zum testen zwei neue Windows Ink kompatible Stifte übersendet. Einmal der Adonit Ink und der Adonit Ink Pro. Jetzt, knapp zwei Wochen nach Ostern habe ich lange genug getestet um meine Erfahrungen zu den beiden Stiften zu teilen. Insgesamt wird es von mir drei Artikel zu den Modellen geben. Jeweils ein reiner Test- und Erfahrungsbericht zum Adonit Ink sowie Ink Pro. Und dann ein Vergleich der beiden Modelle zur Konkurrenz, dem Surface Pen und dem Wacom Bamboo Ink.

Wie habe ich also diese Stifte getestet: Ich habe konsequent über einen Zeitraum von zwei Wochen nur beide Stifte verwendet – wann immer es möglich war. Statt mit den Fingern am Display etwas auszuwählen habe ich die Stifte benutzt, alle meine handschriftlichen Notizen wurden mit den besagten Stiften gemacht und selbst in meinem Onlinespiel habe ich die Stifte verwendet. Als Testgeräte kam sowohl ein Surface Book der zweiten Generation zum Einsatz (Testzeitraum: eine Woche) und ein Surface Pro 4 (Testzeitraum: eine Woche).

Optik & Haptik

Der Adonit Ink ist ein komplett abgerundeter Stift. Wer also Ecken oder Kanten sucht, wird hier nicht fündig. Am oberen Ende des Stifts sitzt ein metallischer Clip, so dass man den Pen auch bequem an einen Stapel Papier oder eine Tasche, an einem Hemd oder Sakko „anclipsen“ kann. Leider, so hat er Dauertest ergeben, ist dieser Clip nicht sonderlich stabil. Schon nach zwei bis drei Tagen bog sich der Clip vom Stift weg, so dass er nicht mehr gut irgendwo befestigt werden konnte.

Ebenfalls oben am Stift ist der Micro-USB Port platziert über den der Stift geladen werden kann, folglich besitzt der Adonit Ink einen integrierten, nicht wechselbaren Akku. Das dazugehörige USB Kabel liefert Adonit direkt mit. Am unteren Ende des Stifts sitzt die Schreibspitze, die erfreulicherweise herausgeschraubt werden kann, so dass sie folglich gewechselt werden kann. Leider gibt es aber nur diese eine Art von Spitze. Unterschiedliche Härtegrade gibt es also nicht zu kaufen. Wer mal eine Spitze braucht, findet sie z.B. bei Amazon.

Der Adonit Ink ist ein dünnes Leichtgewicht. Mit 9,2mm ist er etwas dünner als der Surface Pen und mit 12 Gramm ist er fast halb so leicht. Hält man den Stift in der Hand, ist es, als ob man eine Feder in der Hand hält, so leicht fühlt sich der Stift an.

Schreibgefühl

Bevor ich mich jetzt hier zu dem Schreibgefühl auslasse, möchte ich gerne erwähnen, dass Schreibgefühl etwas völlig Subjektives ist. Jeder hat seine Präferenzen, der eine mag gerne schwere Schreibgeräte z.B. mit einer sehr weichen Miene, die anderen mögen ggf. einen leichten Stift und eine eher harte Mine. Diese Präferenzen übertragen sich, wenn auch nicht 1:1 auf die digitalen Stifte. So schreibe ich beispielsweise sehr gerne analog mit massiven, griffigen Kugelschreibern, die eine weiche Mine haben und dementsprechend sanft übers Papier huschen.

Wie ich eben bereits schrieb, ist der Adonit Ink ein Leichtgewicht. Dementsprechend sanft liegt dieser auch in der Hand. Das federleichte Gefühl setzt sich auch beim Schreiben fort, auch dank der 4.096 Druckpunkte, die der Stift mit bringt. Die Spitze gleitet nahezu über das Surface-Display. Eine Verzögerung beim Schreiben gibt es so gut wie nicht. Aber auch hier gibt es, trotz der vielen Druckpunkte ein minimales Manko. Egal ob man sehr viel oder sehr wenig auf den Druck auf den Stift ausübt. Stark verändern wird sich die Schreibintensität nicht:Was mich jedoch etwas stört, ist diese komplett aus Plastik bestehende Spitze. Sicherlich erfüllt Sie Ihren Zweck, aber gerade was Doppelklicks mit dem Pen auf dem Display betrifft, fühlt sich das echt schon hart und gefühllos an. Ein etwas sanfteres Material am unteren Ende der Spitze, wie es z.B. der Surface Pen benutzt, wäre hier wünschenswert gewesen um dem ansonsten soliden Produkt die Krone aufzusetzen.

Weiteres Manko an dieser Stelle: Der Adonit Ink hat keinen Beschleunigungssensor, der erkennt, dass der Stift bewegt wird. Ergo muss man vor dem Schreiben immer eine Taste drücken, um den Stift zu aktivieren. Auf Dauer kann das etwas nervig werden, da man, so ist es mir in der Woche ergangen, den Stift greift, direkt drauf los schreiben möchte und sich dann wundert, warum sich nichts tut.

Fazit

Was mich bei dem Stift überzeugt hat und was nicht, habe ich ja bereits in den entsprechenden Abschnitten beschrieben und möchte nun eine Antwort auf die ggf. aufkommende Frage geben, für wen sich Anschaffung des Stiftes lohnt. Mit ca. 50,00 Euro (im einschlägigen Versandhandel) ist der Adonit Ink nur knapp halb so teuer wie das Origianal, der Surface Pen.
In meinen Augen lohnt sich der Stift wirklich für alle, die nur Schreiben wollen, dies aber auch nicht in der Häufigkeit eines Intensivnutzers machen und keine großen Anforderungen an einen solchen Stift hegen. Da sind die knapp 50,00 Euro sicherlich gut angelegt und man wird auch nicht enttäuscht werden.

Der Stift überzeugt, wie gesagt, durch seine Leichtigkeit und gleitet aufgrund der Spitze auch hervorragend über das Display. Verzögerungen treten so gut wie gar nicht auf. Das (subjektiv) reine Schreib-Gefühl ist wirklich sehr gut. Auch muss der Stift nicht erst via Bluetooth an ein Gerät gekoppelt werden. Er ist quasi sofort einsatzbereit, wenn man die Radierer-Taste einmalig kurz für ca. 1-2 Sekunden drückt. Und über den gesamten intensiven Testzeitraum hab ich es auch nicht geschafft, den Akku leer zu bekommen.

Wer den Stift aber, wie ich z.B., im beruflichen Umfeld nutzt undden Stift mal irgendwo hinklemmt, wie z.B. die Sakko-Innentasche, die Hemdinnentasche klemmt oder in die Tasche in eine Stifthalterung, der wird bald merken, dass es hier zu einer Verbiegung des Clips kommt und dass die Beschichtung so langsam aber sicher auch etwas Farbe verliert.

Vielschreibern wird es irgendwann vermutlich lästig werden, dass man den Stift immer erst aktivieren muss, ehe man mit dem schreiben beginnen kann.

Wer also zu der Gruppe „Poweruser“ gehört, der sollte sich im höheren Preissegment umsehen – oder auf den nächsten Artikel zum Adonit Ink Pro warten. 🙂

Über den Autor: Michael Stachowski

Ähnlich wie Ralf und Thomas bin ich ein großer Fan der Surface-Familie. Das liegt zum einen daran, dass ich mich beruflich mit dem sog. "Modern Workplace mit Office 365" beschäftige und diesen als IT Unternehmensberater meinen Kunden näher bringe - so dass eben auch die Geräte der Surface-Familie öfters in diesem Fokus eine Rolle spielen, auf der anderen Seite weil ich eben auch privat die Geräte nutze. Und last but not least bin ich auf Facebook auch noch der Community Lead der offiziellen Microsoft Surface Community Deutschland.