26 Okt 2015

Angefasst – das neue Surface Pro 4

Wie ihr alle sicherlich mitbekommen habt waren Ralf und ich am 17. Oktober auf beim Dr. Windows Community Treffen in Köln und haben dort einen Vortrag über die Surface Produktfamilie gehalten. Mit dabei war auch das Surface Pro 4, welches wir und die Teilnehmer dort in den Händen halten und ausprobieren durften. Davon möchte ich euch nun ein wenig berichten…

Das Tablet

SurfacePro4-07

Auf den ersten Blick scheint der Unterschied zwischen dem Surface Pro 3 und dem neuen Pro 4 eher marginal zu sein. Und das ist auch gut so, denn durch die Beibehaltung des Formfaktors ist die Kompatibilität zum Zubehör (Type Cover, Dock) gesichert.

Bei genauem Hinsehen fallen dann doch einige Unterschiede auf:

  1. die Windows-Taste fehlt
  2. das Display ist ein wenig größere, der Rand dafür kleiner
  3. das Device ist marginal dünner und leichter
  4. die Anordnung der Hardware-Tasten hat sich verändert
Die meisten Unterschiede stecken aber unter der Haube. Da wurde nämlich so ziemlich jede Komponente erneuert oder aber modifiziert, sodass das Surface Pro 4 ein komplett neues Device darstellt. Da die inneren Unterschiede jedoch bereits ausführlich auf dieser Seite beschrieben sind gehe ich hier mal auf die direkt erkennbaren Unterschiede ein.

Windows-Taste

Die einen haben sie geliebt, die anderen gehasst. Ich persönlich empfand sie immer als sehr praktisch, kann aber auch die Leute verstehen, welche Probleme mit ihr hatten. Und das waren meist diejenigen, welche das Surface intensiv mit dem Stift benutzt hatten. Dabei kann es nämlich leicht passieren, dass man mit der Hand an den “Button” kommt und somit den Start-Screen aufruft. Um das zu verhindern besteht die Möglichkeit, den Button per Surface-App zu deaktivieren.

Okay, unter Windows 10 ist nun ständig in der Task-Leiste das Windows-Symbol vorhanden, sodass der Hardware-Button nicht mehr zwingend benötigt wird. Allerdings finde ich persönlich das Taskleistensymbol recht klein, ich hätte gerne die Taste behalten.

Display

Auch wenn sich 0,3 Zoll mehr Diagonale wenig anhören, so ist der Unterschied doch deutlich spür- bzw. erkennbar. Das Display wirkt merklich größer, der dünnere Rand ist angenehm, denn er ist immer noch breit genug, um das Surface sicher zu halten ohne mit den Fingern im Arbeitsbereich zu landen. Weniger würde keinen Sinn mehr ergeben.

Auch merkt man, dass das Display besser ist als beim Vorgänger, nicht nur aufgrund der höheren Auflösung und der damit einhergehenden höheren Pixeldichte sondern auch in Bezug auf die Ausleuchtung. Die war insbesondere beim Surface 3 schon super, hier hatte die bisherige Pro-Variante das Nachsehen. Das Surface Pro 4 legt nun ordentlich nach und orientiert sich am kleineren Bruder.

Größe und Gewicht

Wie bereits erwähnt wurde die Größe in Bezug auf Länge und Breite beibehalten, nicht jedoch die Dicke: diese ist um 0,65 Millimeter gegenüber dem Vorgänger geschrumpft. Wie bei der Displaygröße erscheint auch hier der Unterschied vernachlässigbar zu sein, trotzdem merkt man das. Und zwar nicht nur wenn man beide Geräte nebeneinander legt und vergleicht, sondern auch wenn man beide in der Hand hält.

Laut Informationen von Microsoft wäre bei 4er Modell eine weitere Verdünnung sogar möglich gewesen, dann aber zum Preis des Verlusts des Vollformat-USB-Anschlusses. Dieser begrenzt aufgrund seiner Bauform letztlich die Möglichkeiten der weiteren Reduktion der Tablet-Dicke. Und mal Hand aufs Herz: wer wollte auf den verzichten? Ich persönlich bin auch mit der Stärke voll und ganz zufrieden – auch beim Surface Pro 3.

Die Verringerung des Gewichts gegenüber dem Vorgänger beläuft sich auf 14 Gramm, der Unterschied ist mir nicht wirklich aufgefallen.

Tastenanordnung

Auch hier stand das Surface 3 Pate: so ist die Lautstärke-Wippe vom linken an den oberen Rand (im Querbetrieb) gewandert und befindet sich so rechts vom Power-Button. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist dabei, dass ein Druck auf der linken Seite die Lautstärke steigert und nach rechts diese senkt, sinnvoll wird dies erst, wenn man das Surface ins Hochformat dreht: dann wäre ein umgekehrtes Verhalten einfach sinnfrei.

Das Zubehör

Ich stelle hier nur das Zubehör vor, welches wir auch ausprobieren konnten. Der neue Portreplikator stand uns nämlich leider nicht zur Verfügung.

Vorweg: das neue Zubehör ist fast ohne Einschränkungen auch am Surface Pro 3 benutzbar, lediglich der Vorteil von mehr Druckpunkten (1024 an Stelle von 256 bei der Nutzung des Stifts am Surface Pro 4) steht nicht zur Verfügung, da dies eine Funktion des Digitizers ist, welcher im Tablet und nicht im Stift verbaut ist.

Das neue Type-Cover

Entgegen den Unterschieden beim Tablet sind hier die Unterschiede direkt sichtbar. Denn die Tastatur hat sich stark verändert, die Tasten entsprechen dem sogenannten “Chocolate Design”, da sie von Form und Abstand an eine ausgepackte Schokoladentafel erinnern. Denn die Tasten sind nicht mehr wie beim Vorgänger direkt nebeneinander sondern haben einen gewissen Abstand (ca. 3mm), was sich positiv auf das Schreibgefühl auswirkt.

Pro4Cover

Aber nicht nur der Abstand sondern auch die Tasten selbst haben sich geändert, was insbesondere an der neuen Mechanik liegt. Diese sorgt für einen deutlich besseren Druckpunkt bei gleichzeitiger Senkung der Lautstärke beim Tippen. Diese war beim Vorgänger insbesondere dann recht laut, wenn man die Tastatur mit dem Magnetstreifen aufgestellt hat.

Apropos Magnetstreifen: dieser wurde um ein paar Millimeter verschmälert, sodass zwischen aufgestellter Tastatur und Taskleiste mehr Platz verbleibt: dies hat sehr positive Auswirkungen bei der Bedienung der Taskleiste. Deutlich stärker wirkt sich das am SP3 aus, am SP4 ist der Unterschied wegen des deutlich dünneren Rahmens nicht ganz so groß, aber trotzdem erkennbar.

Deutlich überarbeitet wurde auch das Touchpad. Dieses ist nun deutlich größer (40%) und aufgrund des verwendeten Materials wesentlich angenehmer zu nutzen: es hat nämlich jetzt eine Glasoberfläche. Die Vergrößerung ist extrem angenehm, nun lässt sich das Touchpad m.E. erstmals vernünftig nutzen, sodass eine Maus nicht mehr zwangsweise benötigt wird.

Auch an den Tasten hat sich einiges geändert:

  • es sind Tasten für “Einfügen”, “Printscreen” sowie die Lautstärkesteuerung hinzugekommen
  • die für Windows 8 konzipierten Tasten für die Suche, Teilen, Einstellungen und Anzeige sind verschwunden
  • die Funktionstasten “Fn” verfügt über eine Leuchtanzeige, wenn diese gedrückt ist. Leuchtet diese, so wird die oberste Reihe zu Funktionstasten

Der Stift

Wer beim Surface den Stift oft benutzt, und zwar nicht nur als Mausersatz sondern zum Schreiben oder Zeichnen, wird den neuen Stift sehr schnell zu schätzen wissen. Schon beim ersten Kontakt mit dem Display merkt man, dass das Schreibgefühl nun einem echten Stift auf Papier erstaunlich nahe kommt. Das liegt insbesondere an der neuen Spitze, welche auch auswechselbar ist und die optional in mehreren Härtegraden zur Verfügung steht. Übrigens merkt man diese Verbesserung auch sofort bei der Nutzung auf einem Surface Pro 3!

Pen2-2

Neu ist auch die Form, der Stift ist an einer Seite abgeflacht und ist somit besser zu greifen. Diese abgeflachte Seite kann am Surface Pro 4 auch für die Befestigung des Stifts genutzt werden, denn sowohl Stift als auch Tablet verfügen über einen Magneten, welche den Stift an der linken Seite (bzw. Oben im Hochformat) sicher hält – leider funktioniert das nicht am Surface Pro 3!

Geändert haben sich auch die Tasten, es gibt nämlich nur noch eine! Wenn man nämlich etwas löschen – also ausradieren – möchte, so dreht man den Stift einfach um, dessen oberes Ende ist nämlich jetzt ein virtueller Radiergummi, der zum Entfernen dient. Somit erinnert die Handhabung stark an einen Bleistift. Hier sehe ich beim “alten” Stift jedoch einen Vorteil: die Betätigung der 2. Taste und die Nutzung der Spitze zum “radieren” dürfte insbesondere bei Skizzen und Zeichnungen präziser ausfallen.

Last but not least: der Stift benötigt jetzt nur noch eine Batterie vom Typ “AAAA”, die Knopfzellen fallen weg. Als Folge daraus soll die Batterie deutlich länger als beim Vorgänger halten.

 

Über den Autor: Thomas Paatsch

Thomas Paatsch
Wie auch Ralf bin ich ein Fan der Surface Produktfamilie und bin neben ihm hier einer der Hauptverfasser von Artikeln zu diesem Themengebiet. Nach einem Ausflug zur Konkurrenz (Toshiba Portégé) bin ich mittlerweile ins Surface Lager zurückgekehrt und heiße ein Surface Pro 7 mein Eigen. In meinem Haushalt gibt es aber auch noch einen Surface Laptop 1 sowie ein Surface Pro 6.