10 Aug 2017

Userbericht – Neuer Surface Pen am Surface Pro 4

Unser Leser Christian Greuel hat sich den neuen Surface Pen zugelegt. Ziel war es zu beurteilen, ob dieser für einen Grafiker am Surface Pro 4 Vorteile gegenüber dem bisherigen Pen mit sich bringt.

Vorab ein Hinweis:

Noch kann der Vorteil des neuen Pen in Gänze nur am neuen Surface Pro (2017) beurteilt werden, da für die älteren Geräte noch kein Update geliefert wurde, welches eine Erkennung des Schreibwinkels ermöglicht. Somit beschränken sich die Vorteile auf die höhere Anzahl an Druckstufen sowie Form, Gewicht und Haptik des Stiftes selbst. Somit spiegelt der nachfolgende Bericht lediglich die aktuelle Situation wieder, ein weiterer Bericht folgt nach Verfügbarkeit des Updates.

Nachfolgend einige Eindrücke von Christian Greuel vom neuen Microsoft Pen am Microsoft Surface Pro 4 (i7, 16 GB Ram, 520 GB SSD)

Mit rund 100 Euro ist er erstmal doppelt so teuer wie der Vorgänger, das ist kein Schnäppchen. Den Pen möchte man also nicht so oft verlieren.
Dem steht leider entgegen, dass der neue Pen keinen Clip mehr hat. Die Magnethalterung am Surface Pro 4 ist zwar schön und gut bei der Nutzung am Schreibtisch, aber beim Transport in einer Tasche, Koffer von A nach B doch nicht so fest wie man sich das wünschen würde. Den alten Pen habe ich dafür immer an die Tastaturnut gesteckt – das hält dann bombenfest. Das geht nun mangelst Clip eben nicht mehr.

Gewicht und Batterie

Der neue Pen scheint leichter zu sein, aber laut Küchenwage wiegen beide 21 Gramm. Der Schwerpunkt scheint mittiger zu liegen, wahrscheinlich deswegen dieser subjektive Eindruck.
Die Batterie wechselt man, in dem man das hintere Verschlussstück einfach gerade abzieht. Also kein Verdrehen und Ziehen wie beim alten mehr.

Spitze und Pen-Kit

Die Wechsel-Plastikspitze ist anders geformt, sie hat einen konischen Dom, woran der kleine Friktionsgummi befestigt ist. Ein PenKit mit verschiedenen Spitzen gibt es diesmal nicht dazu, wahrscheinlich ist Microsoft noch nicht so weit.

Einen alten Stift habe ich mit der originalen Spitze am laufen, ein zweiter hat die härteste montiert.
Der Vorteil der harten Spitze: der Stift reagiert besser und eher auf Druck. Leider ist dann das Schreiben aalglatt und es klickert beim Aufsetzen. Die weiche Spitze schreibt sich angenehmer und ist leiser, aber man muss fester aufdrücken. Aber genau das stört mich. Es kommt somit hin und wieder zu Fehleingaben, man muss Programmbuttons wiederholt antippen. Das stört den Arbeitsfluss.

Bedienung

Der neue Pen hat nun vorne eine Taste, sie steht nun einzeln und ist nicht mehr die Fortsetzung des „Bandes“ vom alten Pen.
Der Druckpunkt ist, nach meiner Meinung, leider wieder viel zu hoch. Man muss so fest drücken, dass man dabei den Stift beim Zeichnen verreißt. Der Radierer und der konfigurierbare Button befinden sich unverändert am hinteren Ende.

Nutzung und Präzision

Dass am Surface Pro 4 die Neigungserkennung (noch) nicht funktioniert ist mir bekannt, aber wichtiger war mir die höhere Empfindlichkeit beim Andruck (4096 Druckstufen).
Ja, der Stift ist nun empfindlicher! Die von Microsoft angegebenen 9 Gramm kommen hin!

Hierzu ein Experiment:

Ihr legt euer Surface flach hin, öffnet das Skizzenbuch. Ihr schiebt nun den alten Pen, hinten am Ende leicht angefasst, „gegen den Strich“ über die Zeichenfläche. Ihr drückt nicht auf, einzig das Eigengewicht sorgt für den Anpressdruck. Bei einem Stiftwinkel von 45 Grad passiert gar nichts. Erst wenn der Stift nahezu senkrecht steht und somit dann mit seinen ganzen 21 Gramm drückt, fängt er an zu tonen.

Der neue Pen tont hierbei schon bei 45 Grad, was tatsächlich jene von Microsoft versprochenen 9 Gramm entspricht.
Und das ist nicht nur eine Zahl, das merke ich hier beim Zeichen sehr deutlich! So gesehen ist das für mich eine echte Verbesserung.

Alle anderen Parameter sind, bauartbedingt, weiterhin nicht so gut – wenn man ein „Wacom Intuos“ als Maßstab hat: Jitter, Latenz, Offset, die ganze Haptik.

Eigentlich eignet sich das Surface somit nur für handschriftliche Notizen, Mitschriften, kleinere Korrekturen an der Grafikdatei. Es ist somit der kleinste mögliche, mobile Nenner für unterwegs. Einen Smart fährt man auch nur, wenn man muss oder es nicht anders geht! Ansonsten hat man seinen Cadillac Escalade. 😉

Den neuen Pen kaufen?

Ich sage mal so, wer bisher mit dem alten Pen zu frieden war, sollte dabei bleiben. Wer sich explizit über die schwache Druckempfindlichkeit geärgert hat und aus diesem Grund mit anderen Spitzen experimentiert hat, für den kann der neue Pen eine Option sein.

Aber Vorsicht: teurer Stift, kein Clip mehr!

Den neuen Pen könnt ihr euch direkt im Microsoft Store bestellen bzw. vorbestellen.

Frage: hat jemand bereits Erfahrungen am neuen Surface Pro (2017)?

Über den Autor: Thomas Paatsch

Thomas Paatsch
Wie auch Ralf bin ich ein Fan der Surface Produktfamilie und bin neben ihm hier einer der Hauptverfasser von Artikeln zu diesem Themengebiet. Ich schaue aber auch gerne mal über den Rand und so ist aktuell mein Hauptgerät ein Toshiba Notebook. In meinem Haushalt gibt es aber auch ein Surface Laptop.