Unser Leser Christian Greuel hat sich den neuen Surface Pen zugelegt. Ziel war es zu beurteilen, ob dieser für einen Grafiker am Surface Pro 4 Vorteile gegenüber dem bisherigen Pen mit sich bringt.

Vorab ein Hinweis:

Noch kann der Vorteil des neuen Pen in Gänze nur am neuen Surface Pro (2017) beurteilt werden, da für die älteren Geräte noch kein Update geliefert wurde, welches eine Erkennung des Schreibwinkels ermöglicht. Somit beschränken sich die Vorteile auf die höhere Anzahl an Druckstufen sowie Form, Gewicht und Haptik des Stiftes selbst. Somit spiegelt der nachfolgende Bericht lediglich die aktuelle Situation wieder, ein weiterer Bericht folgt nach Verfügbarkeit des Updates.

Nachfolgend einige Eindrücke von Christian Greuel vom neuen Microsoft Pen am Microsoft Surface Pro 4 (i7, 16 GB Ram, 520 GB SSD)

Mit rund 100 Euro ist er erstmal doppelt so teuer wie der Vorgänger, das ist kein Schnäppchen. Den Pen möchte man also nicht so oft verlieren.
Dem steht leider entgegen, dass der neue Pen keinen Clip mehr hat. Die Magnethalterung am Surface Pro 4 ist zwar schön und gut bei der Nutzung am Schreibtisch, aber beim Transport in einer Tasche, Koffer von A nach B doch nicht so fest wie man sich das wünschen würde. Den alten Pen habe ich dafür immer an die Tastaturnut gesteckt – das hält dann bombenfest. Das geht nun mangelst Clip eben nicht mehr.

Gewicht und Batterie

Der neue Pen scheint leichter zu sein, aber laut Küchenwage wiegen beide 21 Gramm. Der Schwerpunkt scheint mittiger zu liegen, wahrscheinlich deswegen dieser subjektive Eindruck.
Die Batterie wechselt man, in dem man das hintere Verschlussstück einfach gerade abzieht. Also kein Verdrehen und Ziehen wie beim alten mehr.

Spitze und Pen-Kit

Die Wechsel-Plastikspitze ist anders geformt, sie hat einen konischen Dom, woran der kleine Friktionsgummi befestigt ist. Ein PenKit mit verschiedenen Spitzen gibt es diesmal nicht dazu, wahrscheinlich ist Microsoft noch nicht so weit.

Einen alten Stift habe ich mit der originalen Spitze am laufen, ein zweiter hat die härteste montiert.
Der Vorteil der harten Spitze: der Stift reagiert besser und eher auf Druck. Leider ist dann das Schreiben aalglatt und es klickert beim Aufsetzen. Die weiche Spitze schreibt sich angenehmer und ist leiser, aber man muss fester aufdrücken. Aber genau das stört mich. Es kommt somit hin und wieder zu Fehleingaben, man muss Programmbuttons wiederholt antippen. Das stört den Arbeitsfluss.

Bedienung

Der neue Pen hat nun vorne eine Taste, sie steht nun einzeln und ist nicht mehr die Fortsetzung des „Bandes“ vom alten Pen.
Der Druckpunkt ist, nach meiner Meinung, leider wieder viel zu hoch. Man muss so fest drücken, dass man dabei den Stift beim Zeichnen verreißt. Der Radierer und der konfigurierbare Button befinden sich unverändert am hinteren Ende.

Nutzung und Präzision

Dass am Surface Pro 4 die Neigungserkennung (noch) nicht funktioniert ist mir bekannt, aber wichtiger war mir die höhere Empfindlichkeit beim Andruck (4096 Druckstufen).
Ja, der Stift ist nun empfindlicher! Die von Microsoft angegebenen 9 Gramm kommen hin!

Hierzu ein Experiment:

Ihr legt euer Surface flach hin, öffnet das Skizzenbuch. Ihr schiebt nun den alten Pen, hinten am Ende leicht angefasst, „gegen den Strich“ über die Zeichenfläche. Ihr drückt nicht auf, einzig das Eigengewicht sorgt für den Anpressdruck. Bei einem Stiftwinkel von 45 Grad passiert gar nichts. Erst wenn der Stift nahezu senkrecht steht und somit dann mit seinen ganzen 21 Gramm drückt, fängt er an zu tonen.

Der neue Pen tont hierbei schon bei 45 Grad, was tatsächlich jene von Microsoft versprochenen 9 Gramm entspricht.
Und das ist nicht nur eine Zahl, das merke ich hier beim Zeichen sehr deutlich! So gesehen ist das für mich eine echte Verbesserung.

Alle anderen Parameter sind, bauartbedingt, weiterhin nicht so gut – wenn man ein „Wacom Intuos“ als Maßstab hat: Jitter, Latenz, Offset, die ganze Haptik.

Eigentlich eignet sich das Surface somit nur für handschriftliche Notizen, Mitschriften, kleinere Korrekturen an der Grafikdatei. Es ist somit der kleinste mögliche, mobile Nenner für unterwegs. Einen Smart fährt man auch nur, wenn man muss oder es nicht anders geht! Ansonsten hat man seinen Cadillac Escalade. 😉

Den neuen Pen kaufen?

Ich sage mal so, wer bisher mit dem alten Pen zu frieden war, sollte dabei bleiben. Wer sich explizit über die schwache Druckempfindlichkeit geärgert hat und aus diesem Grund mit anderen Spitzen experimentiert hat, für den kann der neue Pen eine Option sein.

Aber Vorsicht: teurer Stift, kein Clip mehr!

Den neuen Pen könnt ihr euch direkt im Microsoft Store bestellen bzw. vorbestellen.

Frage: hat jemand bereits Erfahrungen am neuen Surface Pro (2017)?

4 Antworten auf Userbericht – Neuer Surface Pen am Surface Pro 4

  • Die 4096 Druckstufen werden VÖLLIG überbewertet. Im Grafikeralltag, würde ich mal sagen, reichen 20 bis 100 Stufen völlig aus!

    Viel wichtiger ist, dass Stufe 1 schon bei 1 Gramm Druck beginnt zu zeichnen. Dass der sStift sehr sensiebel beim Absetzen ist.
    Man mag mir widersprechen, aber ich glaube kaum, dass jemand 100 Druckstufen mit der Hand steuern kann, geschweige denn 4096!

    @Patrick
    Was meinst du mit „rasend schnell“?

    Gehe mal bitte mit dem Pen an den Rand des Surface ohne ihn abzusetzen. Bewege den Pen nun hoch und runter (hovern). Der Cursor hängt beim SF4 wie an einem laschen Gummiband unter der Stiftspitze.
    Das ist nun besser? Glaube ich nicht.

    Das ist beim Wacom ganz anders, der Cursor folgt der Stifftspitze 1:1, egal wie schnell du bist.

    Cursor und Stiftspitze, das nächste traurige Kapitel …
    Ich persönlich sehe hier noch viel Potential.

    PS. Das erste mal ist mir der Pen ohne Clip schon fast abhandengekommen, weil abgefallen …

  • …das der neue Stift an den alten Surface Geräten die 4096 Druckstufen erkennt ist leider noch nicht war. Auch das wird erst nach einem Firmwareupdate möglich sein. Diese Info hat mir der Microsoftsupport auf eine Frage im Amazonportal geschrieben.
    Insofern bringt der neue Stift für alte Geräte…. nichts. Also wäre meine Empfehlung: Noch nicht kaufen!!!

    • @Hayo
      Der neue Pen reagiert eher auf Druck, man muss ihn nicht so sehr aufdrücken, dass er beginnt zu schreiben.
      Dieses hat nichts mit der Anzahl der Druckstufen zu tun.
      So gesehen hat der neue Pen wohl schon sein Vorteil gegenüber dem alten Pen. Aber nur für Jene, die es nicht mögen den Stift festaufdrückend zu schreiben.
      Leicht, aus dem Handgelenk, Flächen zu straffieren geht nun leichter von statten. Leichter, Im wahrsten Sinne des Wortes.

  • Die Aussagen des Berichtes stimmen so weit, allerdings nur bezogen auf die älteren Surface-Geräte.

    Bei dem neuen Surface Pro (2017) ist das Schreibgefühl mit dem neuen Stift ein ganz anderes als vorher.
    Die Erkennung ist rasend schnell, es gibt kein Nachzeichnen mehr, die Genauigkeit ist sehr stark verbessert. Der Stift und das Surface Pro (2017) ist nun direkt vergleichbar mit den Apple-Geräten.

    Für mich ist es eine äußerst starke Verbesserung geworden.
    Ich hoffe nur, dass das Surface Book noch mit Firmware angepasst werden kann auf dieses Niveau.

    Patrick

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