Mit der Markteinführung des Surface Pro 3 und auch beim Surface Pro 4 häuften sich in den Foren die unterschiedlichen Meldungen, dass das Gerät heiß wird und sich der Lüfter deutlich hörbar mit hoher Geschwindigkeit dreht, um das Gerät zu kühlen. Ich habe euch hier einige Lösungen und Ideen zusammengestellt, was ihr prüfen könnt, wenn euer Gerät das Verhalten zeigt. Zuerst einmal muss man sich aber verschiedenen Umständen bewusst sein.

Das Surface Pro ist in allen Prozessorvarianten ein High End Gerät. Auf kleinstem Raum wurden alle Komponenten untergebracht, die ein normaler PC oder Laptop auch hat. Um diese Komponenten zu kühlen hat das Surface Pro ein durchdachtes und hochentwickeltes Luftleitsystem im inneren. Für die Kühlung sorgt ein Lüfter, der ähnlich einer Flugzeugturbine aufgebaut ist, um maximale Luft bei minimaler Drehzahl im Gerät zu bewegen. Beim Surface Pro 4 sorgen zusätzliche Heat-Pipes für die Verteilung der Wärme auf der Geräterückseite.

Die in Windows laufenden Prozesse, Dienste und Programme erzeugen eine gewisse Auslastung aller Komponenten im Surface: vom Speicher, über den Prozessor und die Grafikkarte bis hin zur SSD, und was sich sonst noch so alles im inneren befindet. Werden die Komponenten stark belastet werden Sie wärmen und müssen mehr gekühlt werden. Dazu wird Luft benötigt, die vom Lüfter bewegt wird. Logische Folge: Hohe Last, hoher Bedarf an Wärmeabfuhr, schöner drehender und damit lauter Lüfter.

Es gilt also das zu identifizieren, was auf dem Gerät läuft und für die hohe Systemlast sorgt. Das gilt es entweder abzustellen oder in seiner Konfiguration zu verändern oder zu optimieren. Das ist insgesamt fast ein Fass ohne Boden aber ich beschreibe euch einige Basics. Helfen die nicht weiter, wende dich an jemanden, der sich mit PCs und Windows auskennt und bitte ihn um Hilfe.

Aufladen

Wenn das Surface aufgeladen wird, wird ordentlich Wärme erzeugt. Das ist also erst mal nichts Beunruhigendes. Die Wärme muss raus aus dem Gerät um die Elektronik zu schützen. Der Prozessor schützt sich selbst vor Überhitzung mit einer automatischen Abschaltung bevor er zu heiß wird und kaputt geht. Die Surface Pro 3 der ersten Serien hatten in Verbindung mit der damals aktuellen Firmware genau das Verhalten gezeigt. Es wurde aber mit einem Firmwareupdate im September 2014 behoben.

Installation von Updates

Das Programm „Windows Update“ sorgt ebenfalls oft für eine hohe Systemauslastung, während Updates installiert werden. Das ist nichts Ungewöhnliches. Speziell bei neuen Geräten kann es durchaus vorkommen, dass mehrfach viele Updates installiert werden müssen. Zwischen der Produktion des Geräts und dem Zeitpunkt, an dem es zum ersten Mal mit dem Internet verbunden ist, fällt eine unterschiedlich große Anzahl von Updates an, die installiert werden müssen. Teilweise bauen hier Updates aufeinander auf, das bedeutet, dass nach erfolgreicher Installation eines Updates weitere Updates angeboten werden, die vorher noch nicht verfügbar waren.

Auf jeden Fall sollen alle Windows Updates eingesetzt werden, die verfügbar sind. Ganz wichtig dabei ist die Installation der aktuellen Firmware Updates für das Surface Pro 3. Ohne ein aktuelles Surface musst Du nicht weitermachen.

Virenscanner

In der letzten Zeit häufen sich die Rückmeldungen, dass zusätzlich installierte Antivirenprogramme für hohe Systemlast sorgen. Last erzeugt Wärme, die muss raus aus dem Gerät um die Elektronik zu schützen. Hier gilt es zu prüfen, ob das zusätzlich installierte Produkt anders konfiguriert werden kann, um das System nicht so hoch zu belasten.

  • Nutze die Foren des Herstellers und dessen Beschreibungen, um der optimalen Konfiguration näher zu kommen.
  • Prüfe, ob Du die aktuelle Programmversion hast und ob die mit Windows 8 optimal zurechtkommt.
  • Als schneller Test kann die Antiviren-Software auch deinstalliert werden um zu sehen, ob sich das Verhalten dann ändert. Aber Vorsicht, nicht ungeschützt ins Internet!

Übrigens: der Windows Defender ist ab Werk installiert und konfiguriert. Er schützt den Rechner grundsätzlich, ist aber wohl nicht die beste Lösung, wenn man Testberichten glaubt.

Praxistipp zu Kaspersky:

In Kaspersky die Optionen aufrufen. Dort gibt es eine Option, dass automatisch im Leerlauf im Hintergrund der Computer nach Viren durchsucht wird. Diese deaktivieren.

Internet Explorer

Häuft sich das Auftreten der hohen Last (= Wärmebildung = hohe Lüfterdrehzahl) beim Surfen im Internet? Der Internet-Explorer ist auf deinem Surface Pro 3 zweimal vorhanden: einmal als Touch-optimierte Modern-App und einmal als klassisches Windows Programm. Nutze anstatt der Touch-Version mal die Desktopversion oder andersherum und versuche herauszufinden, ob es vielleicht an den Webseiten liegt, die Du besuchst. Eventuell installierte AddOns für den Browser können auch eine hohe Last verursachen, man weiß ja manchmal nicht, was die so alles treiben. Sie sind in der Desktopversion vorhanden, nicht aber in der Modern-App.

Silverlight

Silverlight ist eine Erweiterung für den Webbrowser, welche die Ausführung von Anwendungen im Browser ermöglicht. In Silverlight kann bei der Wiedergabe die Hardwarebeschleunigung aktiviert oder deaktiviert werden, um die Wiedergabe zu verbessern. Oft bringt es keinen Unterschied in der Wiedergabe, ob die Einstellung an oder aus ist. Die Last für das Gerät sinkt aber wenn sie aus ist. Mit der Windows Suchfunktion nach Silverlight suchen und im Bereich „Wiedergabe“ die Hardwarebeschleunigung ausschalten. Das mit der hohen Last, der Wärme und dem Lüfter muss ich ab hier vermutlich nicht mehr erklären.

Dienste

Der IP-Hilfsdienst hat in der Vergangenheit oft zu hoher last geführt, obwohl er nicht sinnvoll gebraucht wurde. Ggf. hilft es, diesen Dienst zu deaktivieren. Nutze die Windows-Suchfunktion und suche nach „lokale Dienste anzeigen“ Dort wählst Du beim IP-Hilfsdienst mit einem Rechtsklick die Eigenschaften und stellst den Starttyp auf „Deaktiviert“. Wer IPV6 nutzt, darf den Dienst natürlich nicht abschalten. Das dürften aber die wenigsten sein.

Indizierung

Um Daten schnell über die Suchfunktion zu finden, wird von Windows ein Index erstellt. Das macht Windows im Hintergrund und zwar dann, wenn Daten auf das Gerät kommen. Typischerweise kommen jede Menge Daten auf Dein Surface, wenn Du es neu in Betrieb nimmst und Musik, Videos, Daten, Bilder usw. drauf kopierst. Nach dem Kopieren wird der Index gebildet. Das kostet Prozessorleistung. Wärme und kühlen, das hatten wir ja schon. Je nachdem wie viel drauf kopiert wird, dauert die Indizierung unterschiedlich lange. Übrigens wird natürlich jede Datei die auf dem Surface ankommt auch vom Virenscanner gecheckt…

Die indizierten Orte können festgelegt werden. Hierzu in Windows nach „Indizierungsoptionen“ suchen und bedarfsgerecht anpassen. Mehr zum Index auch in diesem Artikel.

OneDrive

Wer OneDrive nutzt und ein neues Gerät in Betrieb nimmt, bekommt die Daten von OneDrive auf das Gerät kopiert wenn die Einstellung „Offline verfügbar“ gewählt wird. Virenscan und Index laufen dabei natürlich und sorgen für entsprechende Last. Natürlich ist die Last jederzeit da, wenn Dateien von OneDrive geladen werden.

Google Drive

das gleiche Verhalten wie OneDrive zeigt auch das Google Drive. Beim Synchronisieren kommt es dauerhaft zu einer hohen CPU Auslastung.
Testweise kann man natürlich den Prozess von Google Drive beenden und sehen, ob dann die CPU Auslastung zurückgeht. Das geht mit dem Taskmanager, der etwas später im Artikel angesprochen wird.
Bleibt natürlich gleich die Frage offen, ob sich HiDrive von Strato auch so verhält und was mit Dropbox ist. Bestimmt eine nicht so schlechte Idee, die Prozesse auch anzuschauen.

Wartung

Windows 8 führt automatisch Wartungsarbeiten durch. Dabei werden Aufgaben wie Updates, Sicherheitsüberprüfungen und Systemdiagnosen ausgeführt. Normalerweise wird die Wartung durchgeführt, wenn das Surface nicht weiter belastet ist, also wenn niemand dran arbeitet. Es kann daher durchaus sein, dass die Wartung für eine hohe Systemlast sorgt, während das Gerät scheinbar unbenutzt neben Dir steht.

Google Chrome

In den Foren haben sich auch Meldungen gehäuft, wonach der Browser Chrome von Google eine extrem hohe Systemlast erzeugt. Ich kann das allerdings nicht nachstellen, da zum einen die Versionsangaben fehlen als auch nähere Beschreibungen ob es immer Auftritt oder nur bei bestimmten und welchen Webseiten. Allerdings habe ich öfters gelesen, dass die Nutzung eines anderen Browsers bei den gleichen Webseiten keine Last auf dem Surface Pro 3 erzeugen würde.

NAS Manager

Bei der Nutzung eines BuffaloTech NAS wird ein NAS Manager Service installiert. Auch dieser verbrauchte bei einem Benutzer ständig bis zu 35% CPU. Leider fehlen die Versionsangaben und die Hardware um das nachvollziehbar zu machen. Generell sollte aber drauf geachtet werden, dass die Software eines Herstellers in aktueller, für Windows 8 freigegebenen Version genutzt wird.

Energieoptionen

Im Microsoft Forum wurde bei dem Verhalten auch empfohlen, die Energieeinstellungen zurückzusetzen. Ja, vielleicht sind die Optionen „verkonfiguriert“ worden. Damit scheint das auch eine Möglichkeit zu sein. Das Zurücksetzen der Energieeinstellungen erfordert mehrere Schritte

  • Netzschalter für 30 Sekunden drücken
  • Netzschalter und Lautstärkewippe nach oben für 15 Sekunden drücken, auch wenn am Bildschirm das Surface Logo angezeigt wird.
  • Nach den 15 Sekunden beide Tasten loslassen und 10 Sekunden warten.
  • Surface wieder einschalten

Hyper-V

Die Virtualisierungslösung von Windows, Hyper-V benötigt ziemlich viel an Ressourcen. Wer sie nutzt, sollte sie nur dann aktiv lassen, wenn er sie wirklich benötigt.

Outlook

Bei der Ersteinrichtung einen IMAP-Postfachs wird dieses auf das Surface synchronisiert. Mit der anschließende Indizierung dauert das bei  großen Postfächer länger und erzeugt viel CPU-Last. Der Tipp aus der Zusammenfassung weiter unten ist hier gefragt.

Eine weitere Problemstellung bei Outlook:

Nach der Installation einer (Samsung) SSD wurde durch die Einstellung auf „maximale Zuverlässigkeit“ in den SSD Settings der Such/Index-Dienst für schnelles Suchen von Windows deaktiviert um die Schreibvorgänge zu reduzieren und die SSD Lebensdauer zu verlängern. Die Deaktivierung des Index-Dienstes deaktiviert aber auch die Indizierung der Outlook-Suche, was – aus ungeklärtem Grund – zu einer permanenten 25% Last in Outlook geführt hat. Lösung: Suchdienst aktiveren -> Outlook Indizierung bei den im Suchtools aktiveren.

Anwendungssoftware Allgemein

Dieser Abschnitt wirdmet sich den Erfahrungen aus den unterschiedlichen Foren wo Leute im Rahmen Ihrer Analysen eine Software entdeckt haben,  die viel CPU benötigt und damit das Wärme -> Lüfterverhalten auslöst. Ich kann die einzelne Software nicht prüfen, sammle aber die Hinweise an der Stelle.

Taskmanager

Um herauszufinden, welches Programm welche Ressourcen des Surface wie stark nutzt, gibt es den Task-Manager. Er kann auf unterschiedliche Art gestartet werden und gibt uns jede Menge Informationen, die beim Auffinden von Programmen und Prozessen mit hoher Systemlast unterstützen. Gestartet wird es über

  • STRG-Shift-ESC bringt den Task-Manager direkt
  • Windows-X und Auswahl Taskmanager
  • STRG-ALT-ENTF gleichzeitig drücken und Auswahl von Task-Manager
  • Rechtsklick auf die Startleiste und Auswahl von Task-Manager
  • Windows Suchfunktion und Auswahl von Task-Manager

Standardmäßig startet der Task-Manager übrigens in einer Minimalanzeige: für Details muss zuerst noch „Mehr Details“ am unteren Ende des Task-Managers ausgewählt werden.

Finde heraus, was die Last erzeugt und finde Maßnahmen, die für eine Änderung sorgen.

Zusammenfassung

Nimmt man das Surface Pro 3 in Betrieb darf man sicher davon ausgehen, dass es eine gewissen Zeit dauert, bis es tatsächlich in seinem „normalen“ Betriebszustand angekommen ist und alles so abläuft, wie man es von einem bereits länger aktiven System erwartet. Man kann natürlich auch in den Energieoptionen mal für einen Tag oder eine Nacht das Surface so einstellen, dass es im Netzbetrieb nie abschaltet. Dann hat das Gerät Zeit, Indizierung, Wartung, Virenprüfung usw. durchzuführen.

Da würde ich auf jeden Fall bis zu einer Woche Zeit geben. Anschließend die hier beschriebenen Maßnahmen durchführen und bei Problemen über den Task-Manager den Übeltäter finden. Zusätzlich empfehle ich auf jeden Fall den Artikel von Thomas zum Thema Batterielaufzeit zur Optimierung. Die beiden Themen hängen eng miteinander zusammen.

Hilft das alles nichts, kann natürlich auch ein Defekt vorliegen, der dann beim Händler reklamiert werden muss. Dazu aber bitte auf die 2 Wochen Frist achten.

 

Der Artikel ist auch in der Microsoft Community veröffentlicht, wenn er Dir geholfen hat, hinterlasse dort bitte ein „like“ durch klick auf „Ich ebenfalls“ im oberen, rechten Bereich.

 

 

 

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